Gute Nacht Geschichten mit Piepmatz und Watschel


Die Stadt der Menschen

Eines Tages flog Watschel mit seinen Eltern in die Stadt der Menschen, die sich hinter dem großen Wald befand. Einmal in der Woche fand hier der große Wochenmarkt statt. Es gab hier viele Dinge zu sehen, wie die Blumenfrau mit den vielen bunten Blumen, den Würstchenverkäufer und die vielen Menschenkinder, die fröhlich herumliefen und miteinander spielten. Und am Ende des Tages lagen immer viele Leckereien wie Brotkrümel, Körner oder Kuchenreste auf dem Platz. Gemeinsam mit den Tauben, den Spatzen und den anderen Vögeln versuchten Watschel und seine Eltern, an die besten Brocken zu kommen. Es war jedes Mal ein richtiges Festessen für die Entenfamilie.

Als sie alle satt waren, machten sie sich auf dem Heimweg. “Guck mal Mama, wie schnell ich laufen kann”, sagte Watschel. “Sei vorsichtig, Watschel, hier fahren immer wieder Autos auf den Straßen.” “Aber ich bin doch viel schneller als die.” Und schon rannte Watschel über die Straße und kam gerade noch rechtzeitig wieder zurück, ehe ein großes Auto ganz dicht an ihm vorbei fuhr. “Hast Du gesehen Papa, ich bin viel schneller als das Auto.” “Das lässt Du schön bleiben. Das nächste Mal hast Du bestimmt nicht soviel Glück, und wir wollen unseren Watschel doch nicht verlieren.” “Na gut, dann mach ich es eben nicht wieder”, entgegnete Watschel. Plötzlich sah er auf der anderen Straßenseite seine kleine Entenfreundin Lisa vorbeilaufen. Lisa winkte ihm zu und rief: “Watschel komm mal her zu mir.” Und schon rannte Watschel los. Ohne auf die Autos zu achten, lief er auf die Straße und wurde von einem schnell heranschießenden Wagen erfasst.

Watschel stieß mit voller Wucht gegen das linke Vorderrad des Autos und wurde anschließend hochgeschleudert. Er fiel mit dem Rücken auf die Straße und seine Eltern konnten ihn gerade noch von der Straße ziehen, bevor ihn das nächste Auto vollständig überfahren hätte.

Watschel blieb regungslos liegen. So schnell sie konnten, flogen die Eltern mit Watschel in den Wald zurück zum Tierdoktor. Watschel hatte sich das Bein gebrochen und eine schwere Gehirnerschütterung erlitten. Er hatte sehr viel Glück, dass er noch lebte. Nie wieder würde er ohne auf die Autos zu achten über die Straße laufen. Auch dann nicht, wenn auf der anderen Seite ein guter Freund oder eine Freundin wartete. Man muss immer aufpassen. Das versprach Watschel nun seinen Eltern. Nie wieder würde er so unvorsichtig sein.